Moment mal...
Gott - Ursprung und Mitte

Michael Bracht
Sieger Köder lässt in diesem Glasfenster die ganze Schöpfung erstrahlen und erinnert damit an die große Schöpfungserzählung am Anfang der Bibel. Am Anfang - so heißt es da - „war alles wüst und leer“, unbeleuchtet. Dann kommen Tag für Tag die Elemente hinzu: Licht, Wasser, Erde sowie Pflanzen, Tiere und der Mensch.

Mit seinem farbigen Lichtspiel bezeugt er auf seine Art die Wahrheit in jener Schöpfungserzählung, da es heißt: „Gott sah alles an, was er gemacht hatte: Es war sehr gut." (Genesis 1,31).

Die meiste Aufmerksamkeit zieht der rote Kreis in der Mitte auf sich. Er lässt viele Assoziationen zu. In ihm steckt augenscheinlich eine explosive Kraft, vielleicht der Uranfang, aus dem sich unsere Erde und das ganze Universum entwickeln.

Die AnordnuGlasfensterng der einzelnen roten Glasscheiben lassen an eine Rose denken. Ihre Blütenblätter sind konzentrisch um das helle Innere angeordnet. Sie steht wie keine zweite Pflanze für die Liebe. Wenn eine Rosenknospe aufblüht und sich die vielen Blütenblätter aufstellen, erinnert sie uns an das Universum, das sich immer mehr ausbreitet. Manche sehen in der Rose auch ein Relikt aus dem Paradies und erzählen gern, dass Eva die schönste der Blumen heimlich aus dem Paradiesgärtlein mitgenommen habe.

Doch gleichgültig, welche Deutung sich uns nahelegen mag, immer verweist sie auf Gott als Mitte und Ursprung aller Schöpfung.

Es grüßt alle Leserinnen und Lesern recht herzlich,
Ihr Michael Bracht, P.


Glasfenster „Mensch und Schöpfung“ von Sieger Köder (1925-2015)
in der Kapelle des Zentrums für Umwelt und Kultur, Benediktbeuren