Moment mal ...
Barmherzige Dreieinigkeit

Wunderlich und wunderbar zugleich: In der Mitte dieser Darstellung der Dreifaltigkeit steht der Mensch - dunkel, in der Färbung des Erdbodens: Adam, schwach, gebrechlich, erbärmlich, ohnmächtig. In dieser Erbärmlichkeit und Ohnmacht jedoch ist er umschlossen, umfangen von der Barmherzigkeit Gottes.
Von rechts umfängt Gott, der Vater, diesen armseligen Menschen: Gottes tragende Kraft hilft ihm auf, hilft ihm zum Leben.
Von links her umfasst und hält Jesus Christus zärtlich die Füße des hilflosen Menschen und küsst sie. Jesus beugt sich und bückt sich ganz tief - wie bei der Fußwaschung.
Von oben her kommt der Heilige Geist zum Menschen - als Taube und Feuerflamme zugleich -, die „Kraft aus der Höhe, der Beistand und Tröster“, um den schwachen, ja letztlich armseligen Menschen mit neuem Leben zu erfüllen.
Der Mensch im Mittelpunkt der Zuwendung Gottes, im Mittelpunkt der göttlichen Liebe - auch das ist Mysterium, Geheimnis göttlicher Dreifaltigkeit.
Und nun gilt: Wir selbst können Zeugen dieses göttlichen Mysteriums sein, wo wir selbst barmherzig, versöhnlich und friedfertig miteinander umgehen.
Herzlich grüßt alle Leserinnen und Leser,
Ihr Michael Bracht, P.
Foto: „Die barmherzige Dreieinigkeit“ Keramik von Sr. Caritas Müller OP (*1941), Kloster Cazis Graubünden
